Hintertorperspektive e.V.

2012 bleibt das Flutlicht aus

January 19th, 2012

Liebe Leute,

wenn wir auf die letzten vier Ausgaben des Flutlicht-Festivals zurückblicken, dann können wir nicht anders, als uns und euch auf die Schulter zu klopfen: Was 2008 als kleines Fest begonnen hat, organisiert mit mehr gutem Willen als echtem Sachverstand, ist über die Jahre zu einem tollen Festival mit allem drum und dran gewachsen. Dafür wollen wir uns bei euch allen bedanken: Bei all den Helfern und Unterstützern, die vier tolle Flutlicht Festivals möglich gemacht haben, bei Bands und Rednern auf der Bühne und natürlich bei allen Gästen, die seit 2008 ihren Weg ins Paradies gefunden haben.

flutlicht_dankeNeben all den positiven Erlebnissen müssen wir aber auch feststellen, dass die Organisation des Flutlichts immer mehr von unseren Kräften fordert. Auch wenn es uns schwer fällt: 2012 wird es das Fluticht Festival wie wir es kennen nicht geben. Stattdessen werden wir uns als Hintertorperspektive wieder verstärkt unserer Arbeit als Verein für integrative Arbeit widmen und andere, neue Projekte an den Start bringen.

Ihr sollt im Sommer aber keineswegs alleine bleiben: In diesen Tagen basteln wir an einer neuen Veranstaltungidee – etwas kleiner als das Flutlicht, aber mindestens genauso toll. Lasst euch überraschen und schaut immer mal wieder hier vorbei! In der Zwischenzeit bitten wir insbesondere alle interessierten Bands von Bewerbungen vorerst Abstand zu nehmen, und verbleiben mit besten Grüßen,

eure Hintertorperspektive

„Ein deutliches Zeichen gegen Rechts“ habe Jena mit dem Konzert am vergangenen Freitag gesetzt, schreiben die Zeitungen an diesem Wochenende – mehr als 50.000 Menschen hätten gezeigt, „dass in Jena kein Platz für Nazis“ sei. Unser Eindruck: Statt sich mit dem Problem rechtsradikaler Auswüchse in unserer Gesellschaft ernsthaft auseinanderzusetzen wurde bestenfalls versucht, Probleme wegzuapplaudieren.

Die Veranstaltung geriet zum harmlosen Volksfest für all jene, denen es nach der jüngsten öffentlichen Berichterstattung und der Rolle Jenas darin, darum ging, das Image der Stadt wieder aufzuwerten und gekränkte Gemüter zu beruhigen. Die pauschale mediale öffentliche Verurteilung Jenas als „Wiege des braunen Terrors“ wird beantwortet mit ebenso pauschalem und ignorantem Abwiegeln: „Alles Quatsch, Jena ist gut, hier gibt es keine Nazis“.

Rock-gegen-Rechts-FlyerTrotz der Anwesenheit einiger engagierter Initiativen im Kampf gegen Rechts, wie beispielsweise der Amadeu- Antonio-Stiftung,  schien die wenigsten Besucher zu interessieren, was diese zu sagen haben. Ihre Infostände wurden abseits im Dunkeln positioniert, Infomaterial durfte aus Umweltschutzgründen (!) nicht verteilt werden. Unser gesamtes Statement gibt es deshalb online hier.

Gegen Nazis helfen keine Lippenbekenntnisse – wer was ändern will, der muss anpacken!

„Homophobie im Fußball“ ist und bleibt ein für uns sehr wichtiges Thema, für das wir immer wieder sensibilisieren wollen. Darum sind wir auch gerne der Einladung der Organisatoren des 21. antifaschistischen sowie antirassistischen Ratschlags in Gera gefolgt, um am 5.11. einen Workshop zur Thematik zu halten. Natürlich kann man sich zunächst mal fragen, ob dies so in das Gesamtkonzept des Ratschlags passt. Zieht man aber hinzu, dass homophobe Einstellungsmuster sowie Handlungen, sowohl in der Nazi-Szene als auch in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet sind, oftmals mit anderen Diskriminierungsebenen daher kommen und der Fußball als hierzulande soziokulturell bedeutsamster Massensport von Nazis, Rassisten, Antisemiten und Sexisten für Agitation und Gewalt missbraucht wird, so erschließt sich der Sinn des Workshop im Bezug zum Gesamtkonzept des Ratschlags.

Mit den (leider) wenigen Teilnehmern, konnten wir umso intensiver diskutieren und gemeinsam den Workshop gestalten. Dabei ging es vor allem darum, zu erläutern, warum und wie der Fußball als soziologisches Untersuchungsfeld verstanden werden kann, einen historischen Abriss über die Entwicklung von Diskriminierungen sowie rechtsradikalen Tendenzen im Umfeld des Fußballs zu vermitteln, um weiterführend die Entstehung eines „Diskriminierungsrankings“ zu veranschaulichen, durch das rassistische Vorfälle in der Öffentlichkeit anderes bewertet werden, als homophobe. Schließlich diskutierten wir mit den Teilnehmern über Homosexualität, Männlichkeit, Weiblichkeit sowie geschlechtsspezifische Stereotype und die entsprechenden Wechselwirkungen mit „dem Fußball“, um letztendlich Handlungsebenen zu erarbeiten, die ein sensibleres und toleranteres Miteinander ermöglichen können.

Bleibt nur noch zu sagen, „schön war‘s“ und vielen Dank für die Einladung der Organisatoren des Ratschlags.

Weihnachtsgeschenkeaktion 2011

November 16th, 2011

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Wie regelmäßigen Lesern unseres Blogs bereits aus den vergangenen Jahren bekannt sein dürfte, sammeln wir, die Hintertorperspektive, jedes Jahr Geschenke für in Thüringen untergebrachte Flüchtlinge. Wir wollen an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren: Den Menschen fehlt es häufig an den grundlegend materiellen Voraussetzungen für besinnliche Feiertage, wie sie wohl die meisten von Euch genießen dürfen. Es ist gar kein ausufernder finanzieller Aufwand notwendig, um diesem Missstand zumindest partiell abzuhelfen. Egal ob Spielzeug, Decken, Kosmetika, Hygieneartikel, Mützen, Handschuhe oder (noch gut erhaltene) Kleidung: Viele nützliche Gegenstände, die zu schade zum Wegwerfen wären, verstauben gewiss auch in Euren Schränken. Sach- und Geldspenden nehmen wir zu den Heimspielen gegen Arminia Bielefeld und Jahn Regensburg am Osttor entgegen und können weiterhin außerhalb der Spieltage im Fanprojekt abgegeben werden.

Vielen Dank für die Unterstützung!
Eure Hintertorperspektive

PS: Wer sich über den Verbleib seiner Spenden der letzten Jahre informieren möchte, dem sei ein Blick auf die vergangenen Geschenkaktionen ans Herz gelegt: 2010, 2008 und 2009!

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(Mehr Monster-Mob gibt’s hier)

Im Fan-Forum des FCC hatte jemand einen sehr guten Einfall: Zum kommenden Benefizspiel zwischen unserem FCC und dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München am 14. Juli haben all jene Fans ein Vorkaufsrecht für Tickets, die einen Sitzplatz im “Virtuellen Stadion” erworben haben. Viele dieser Fans werden davon aber aus unterschiedlichen Gründen keinen Gebrauch machen: Keine Zeit, keine Lust oder der Termin liegt mitten im Sommerurlaub. Warum also nicht die eigene Karte, die man sowieso nicht braucht, an sozial bedürftige Kinder spenden?

Mike Ukena ist Aufsichtsratmitglied beim FCC und Organisator der Aktion “FCC vs. Bayern – ohne mich und trotzdem alles für den Club!”. Er hat bereits Gespräche geführt u.a. mit dem Kinderheim, dem Sozialamt und mehreren Kinder- und Jugendhäusern in Jena. Alle sind von der Idee begeistert – die Hintertorperspektive ist es auch!

Wer bei der Aktion mitmachen will, der erreicht Mike Ukena im Fan-Forum des FCC unter dem Usernamen ‘pausentee’. Schreibt Ihm einfach eine PM, er kümmert sich um alles! Bisher hat er schon 40 Tickets zusammen – aber kommt Leute, da geht noch was!

Weitere Informationen gibts im Fan-Forum!

In den ganzen Flutlichtvorbereitungen ist die Werbung für ein weiteres wichtiges Projekt etwas untergegangen, aber lest selbst:

Wer am Sonntag, dem 15. Mai zufällig am Kulturzentrum KuBuS in Lobeda-West vorbeilief, der sah auf den ersten Blick ein klassisches Fußballturnier: zwei Streetsocceranlagen, um die ein buntes Treiben herrschte, ein brennender Rost, Musik, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die fröhlich kickten, sich unterhielten, Spaß hatten. Dieses Bild ist korrekt und bedarf dennoch einer Ergänzung: Es ging um mehr, als um Fußball.

Kokont, der Hintertorperspektive e. V. und Jenawohnen hatten zur zweiten Copa Courage geladen und ganze 16 Teams aus verschiedenen Stadtteilen waren dem Aufruf gefolgt. Die Idee war, neben dem Turnier im Rahmen eines Workshops gesellschaftliche Probleme zu thematisieren. Die Teilnehmer wurden hierzu nach der Vorrunde in drei Gruppen aufgeteilt, die drei Stationen durchliefen.

So wurden in einer Station anhand konkreter Situationen Optionen couragierten Handelns diskutiert und praktisch erprobt. Eine weitere Station befasste sich mit den Themenkomplexen Migration und Integration. Diskriminierung im Fußball und in der Gesellschaft war Thema der dritten Station, die unter anderem vom FCC-Spieler Ralf Schmidt und der USV-Kickerin Laura Brosius angeleitet wurde. Beide Spieler berichteten von eigenen Erfahrungen und gaben den Workshopteilnehmern viele Denkanstöße.

Es zeigte sich schnell, dass die kurzen und intensiven Workshops vor allem bei den Jugendlichen aus Winzerla Lobeda an den richtigen Punkten ansetzten. Diese berichteten teilweise aus eigenen Erfahrungen von üblen Diskriminierungen aus ihrem Alltag, von Fällen in denen sie wegen ihres Alters oder ihrer Hautfarbe verunglimpft und ausgeschlossen wurden. Durch die Workshops konnten sie gestärkt werden und erkennen, dass sie in solchen Situationen nicht alleine dastehen. Es zeigte sich wieder einmal, dass Fußball nicht zwingend aus Zwietracht, übertriebenem Ehrgeiz oder gar Gewalt besteht, sondern auch Brücken schlagen, Fairplay und Solidarität vermitteln kann.

Auch aus sportlicher Sicht war es für die Jugendlichen ein erfolgreicher Tag: gleich zwei Teams aus Lobeda zogen ins Finale ein. Am Ende setzten sich die Kickers gegen die Boxer durch. Den dritten Platz belegte Dynamo Schutzblech. Bei dem anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Blitz e. V. durchführten Torwandschießen wurden zudem 350 € für neue integrative Projekte gesammelt.

Die Organisatoren bedanken sich bei allen Teilnehmern und Helfern. Es war ein toller Tag, der neben dem Spaß und netten Gesprächen sowohl für die Workshopleiter, als auch für die Teilnehmer einen Erfahrungsgewinn erzielte. Es zeigte sich in aller Deutlichkeit, dass das Engagement für Integration und gegen Diskriminierung jeglicher Art auf allen Ebenen der Gesellschaft richtig und wichtig ist. Die Copa Courage geht übrigens weiter: Am 19. Mai um 19 Uhr wird im Schillerhof der Film „Die Tragödie der Provinz“ gezeigt und diskutiert. Außerdem sind noch Anmeldungen für ein sehr empfehlenswertes Zivilcourage-Impulstraining am 22. Mai im Stadtteilbüro Winzerla möglich. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.kokont-jena.de.

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